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Der Sundgau - wörtlich "Südland" im Alemannischen - bezeichnet den südlichen Teil des Oberrheins, südlich von Mülhausen, bis zu den schweizerischen und deutschen Grenzen. Es ist eine der am wenigsten bekannten Regionen des Elsass, oft überschattet vom touristischen Ruhm der Weinstraße, der Weihnachtsmärkte von Straßburg und Colmar und der Hohkönigsburg. Dennoch hat der Sundgau eine eigene Persönlichkeit, die sich vom Rest des Elsass unterscheidet, geprägt durch seine einzigartige geografische Lage an der Kreuzung dreier Länder und durch eine Geschichte, die ihn lange mit den österreichischen Habsburgern verband.
Wenn der Sundgau eine gastronomische Spezialität hat, die ihn vom ganzen Elsass unterscheidet, dann ist es zweifellos der gebratene Karpfen. Diese einfache und großzügige Zubereitung - panierte und in Öl gebratene Karpfenscheiben, serviert mit grünem Salat und Pommes frites - ist die Quintessenz der sundgauischen Küche. Dutzende von Restaurants und Gasthäusern der Region haben ihn zu ihrer Spezialität gemacht und ziehen Feinschmecker von beiden Seiten der Grenze an.
Die Karpfentradition im Sundgau geht bis ins Mittelalter zurück, als Mönche lokaler Abteien Teiche anlegten um Karpfen zu züchten - erlaubter magerer Fisch in der Fastenzeit. Diese Teiche, im Gebiet zahlreich, produzieren noch heute Karpfen von hoher Qualität.
Die Teiche sind eines der markantesten Landschaftsmerkmale des Sundgaus. Mehrere hundert sind in der Region zu finden, vom kleinen Bauernteich bis zum großen Gewässer von mehreren Hektar. Diese Teiche haben eine doppelte Funktion - Fischzucht für die Karpfenproduktion und Freizeitfischerei - und bilden einen wertvollen natürlichen Lebensraum für eine vielfältige Fauna und Flora.
Ferrette ist die kleine Stadt, die als historische und symbolische Hauptstadt des Sundgaus gilt. Auf einem Felssporn thronend, der von den Ruinen seiner mittelalterlichen Burg dominiert wird, beherrscht sie ein tief eingeschnittenes Tal wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Das Schloss Ferrette war jahrhundertelang der Sitz der Grafen von Ferrette, einer der großen mittelalterlichen Dynastien der Region. Durch Heirat gingen ihre Besitzungen im 14. Jahrhundert an die österreichischen Habsburger über.
Eine der faszinierendsten Besonderheiten des Sundgaus ist seine Lage an der deutsch-französisch-schweizerischen Dreiländergrenze. In einem Radius von wenigen Kilometern um Basel treffen drei Länder aufeinander - Frankreich, Deutschland und die Schweiz - und schaffen einen geografischen und kulturellen Raum, der in Europa einzigartig ist. Die Bewohner des Sundgaus arbeiten oft in der Schweiz, kaufen in Basel oder Freiburg im Breisgau ein und haben Freunde und Verwandte jenseits der Grenze.
Das Dreiländereck - der symbolische Punkt, an dem die drei Grenzen zusammentreffen - liegt am Rhein zwischen Hüningen (Frankreich), Weil am Rhein (Deutschland) und Basel (Schweiz). Ein Denkmal und ein angelegter Spazierweg ermöglichen die Visualisierung dieser geografischen und symbolischen Zusammenkunft.
Der Sundgau zählt zu seinen Vorzügen zahlreiche bemerkenswerte Dörfer, die ihren authentischen Charakter bewahrt haben:
Der Sundgau lässt sich am besten mit dem Auto oder Fahrrad erkunden - das Radwegenetz ist ausgezeichnet. Die Region ist von Mülhausen (30 Min.), Basel (20 Min.) oder Colmar (45 Min.) aus erreichbar. Die besten Jahreszeiten sind der Frühling - für blühende Wiesen und nistende Störche - und der Herbst - für die Farben der Wälder und Teiche. Die Saison des gebratenen Karpfens läuft von Mai bis Oktober.
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