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Die Burgen des Elsass - Haut-Koenigsbourg, Fleckenstein und die Anderen

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Das Elsass - Burgenland: Warum so viele Festungen?

Nirgendwo in Frankreich - und vielleicht in Europa - findet man eine solche Konzentration mittelalterlicher Burgen wie auf den Vogesenkämmen, die das Elsass dominieren. Mehr als 60 Burgen sind in unterschiedlichem Erhaltungszustand erhalten, von den majestätischsten bis zu den diskreten Überresten, entlang einer Kammlinie, die sich von Weißenburg im Norden bis Mülhausen im Süden erstreckt. Diese außergewöhnliche Konzentration erklärt sich durch die strategische Lage des Elsass - Kreuzungspunkt zwischen Frankreich und dem Germanischen Reich, Eingangstor zur Rheinebene, Pflichtdurchgang für Heere und Händler, die das mittelalterliche Europa durchquerten.

Die elsässischen Burgen wurden hauptsächlich zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert auf Initiative der großen Adelsfamilien der Region errichtet - Hohenstaufen, Habsburg, Lichtenberg, Andlau, Fleckenstein - sowie der Bischöfe von Straßburg und Basel.

Der Hohkönigsburg - die meistbesuchte Burg des Elsass

Die Burg Hohkönigsburg, auf einem Felssporn auf 757 Metern Höhe mit Blick auf die elsässische Ebene thronend, ist bei weitem die meistbesuchte Burg der Region mit mehr als 500.000 jährlichen Besuchern. Ihre imposante Silhouette, von der gesamten Ebene aus sichtbar, ist zu einem der emblematischen Bilder des Elsass geworden.

Die Geschichte der Burg reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als die Hohenstaufen dort eine erste Festung errichteten. Von den Habsburgern im 15. Jahrhundert erweitert und umgebaut, wurde sie während des Dreißigjährigen Krieges 1633 von schwedischen Truppen geplündert und niedergebrannt, dann zwei Jahrhunderte lang zur Ruine. Die deutsche Annexion sollte ihr neues Leben einhauchen: Deutschland übergibt die Burgruine der Stadt Schlettstadt, die sie 1899 Kaiser Wilhelm II. schenkt. Dieser lässt sie von 1900 bis 1908 vom Architekten Bodo Ebhardt im sehr umstrittenen aber spektakulären neomittelalterlichen Stil restaurieren. Heute im Besitz des französischen Staates, ist die Hohkönigsburg als historisches Denkmal eingestuft.

Der Fleckenstein - die in den Fels gehauene Burg

Am nördlichen Ende des Elsass, im Hagenauer Forst, ist die Burg Fleckenstein einer der spektakulärsten und originellsten Standorte der Region. Im 12. Jahrhundert von der gleichnamigen Familie erbaut, ist sie vollständig in einen 30 Meter hohen Sandsteinfelsen gehauen - die Räume, Treppen, Brunnen und Gänge sind direkt in den Fels gehauen und schaffen eine einzigartige halbtroglodytische Burg.

Der Fleckenstein war eine der mächtigsten Burgen Nordelsass', die die Waldwege und Pässe nach Lothringen und der Pfalz kontrollierte. 1680 auf Befehl Ludwigs XIV. zerstört - der die Vogesen-Festungen systematisch einreißen ließ um die Rheingrenze zu sichern - ist sie seitdem Ruine geblieben. Heute sind ihre spektakulären Überreste über einen Wanderweg zugänglich.

Die Burg Andlau - die Festung der Bischöfe

Die Burg Andlau, das Weingebiet von Andlau von ihrem Vorsprung aus dominierend, ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen des Elsass. Im 13. Jahrhundert von der gleichnamigen Adelsfamilie erbaut, kam sie dann unter die Kontrolle der Straßburger Bischöfe. Ihr 27 Meter hoher Bergfried, ihre gut erhaltene Ringmauer und ihre unvergleichlichen Ausblicke auf den Weinberg und die Ebene machen sie zu einem der unverzichtbaren Besuche des Vogesenpiedmonts.

Ortenbourg und Ramstein - die Zwillingsschlösser

Wenige hundert Meter voneinander entfernt bilden die Burgen Ortenbourg und Ramstein ein außergewöhnliches mittelalterliches Ensemble, das das Scherwiller Tal und die Weinberge von Dambach-la-Ville dominiert. Der Ortenbourg, im 13. Jahrhundert für die Habsburger Grafen erbaut, zeichnet sich durch die Eleganz seiner gotischen Architektur und die Qualität seines Baus aus rosa Sandstein aus. Der benachbarte Ramstein, von den Straßburger Bischöfen zur gleichen Zeit errichtet, konkurrierte mit ihm auf denselben Höhen.

Die drei Burgen von Ribeauvillé

Über Ribeauvillé folgen drei Burgen auf demselben Kamm aufeinander - Saint-Ulrich, Girsberg und Haut-Ribeaupierre - und bilden eines der spektakulärsten Burgenensembles des Elsass. Diese drei Festungen gehörten alle zur mächtigen Familie der Grafen von Ribeaupierre, die einen großen Teil des Oberrheins während des Mittelalters kontrollierten.

Der Saint-Ulrich, die größte und am besten erhaltene der drei, stammt aus dem 12. Jahrhundert und bietet einen unvergleichlichen Panoramablick auf die Weinberge und die elsässische Ebene. Jedes Jahr Anfang September feiert die Stadt Ribeauvillé den Pfifferdaj - das Fest der Spielleute - das eine alte mittelalterliche Tradition im Zusammenhang mit diesen Burgen erinnert.

Praktische Besuchstipps

Der Besuch der elsässischen Burgen erfordert eine minimale Vorbereitung um ihn voll zu genießen:

  • Schuhe: die Zugangswege sind oft steil und felsig - Wanderschuhe sind für alle Burgruinen unverzichtbar
  • Jahreszeit: Frühling und Herbst bieten die besten Bedingungen - die Vegetation ist weniger dicht als im Sommer und das Licht ideal zum Fotografieren
  • Karte: die IGN-Karte im Maßstab 1:25.000 oder die Géoportail-App ermöglichen die genaue Lokalisierung der Zugangswege
  • Hohkönigsburg: die einzige Burg mit einer vollständigen Innenbesichtigung - 2 bis 3 Stunden einplanen und in der Hochsaison online reservieren
  • Kombinationen: mehrere Burgen können an einem Wandertag besucht werden - Ortenbourg und Ramstein, die drei Burgen von Ribeauvillé oder der Fleckenstein mit seinen nördlichen Nachbarn

 

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