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Das Mundgeblasene Glas von Meisenthal - die Uralte Kunst des Vogesenkristalls

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Meisenthal - Drei Jahrhunderte Glasgeschichte

Die Geschichte der Glashütte in Meisenthal, einem kleinen Dorf in der benachbarten Moselle, das jedoch tief mit der elsässischen Kultur und Handwerkskunst verbunden ist, beginnt im Jahr 1704. Damals folgte die Ansiedlung einer Glashütte in dieser Region des Vogesenpiedmonts einer präzisen industriellen Logik: der umliegende Wald lieferte das für die Befeuerung der Öfen notwendige Holz.

Fast drei Jahrhunderte lang erlebt die Glashütte von Meisenthal wechselvolle Geschicke. Im 19. Jahrhundert wird sie zu einem der aktivsten Zentren der Kunstglashütten Frankreichs. In dieser Glashütte arbeitete in den 1880er Jahren ein junger Lehrlingszeichner namens Émile Gallé, der dort die Techniken entwickelte, die ihm Weltruhm einbrachten.

Die Geburt der Modernen Weihnachtskugel

Meisenthal nimmt einen besonderen Platz in der Weihnachtsgeschichte ein: hier entsteht, laut fest dokumentierter lokaler Tradition, die mundgeblasene Weihnachtskugel, wie wir sie heute kennen. Die Legende erzählt, dass eine außergewöhnliche Dürre 1858 die Apfelbäume der Region ihrer Früchte beraubte, die traditionell zur Weihnachtsbaumdekoration verwendet wurden. Die einfallsreichen Glasbläser von Meisenthal hatten daraufhin die Idee, bunte Glaskugeln zu blasen, um die fehlenden Äpfel zu ersetzen.

Der Industrielle Niedergang und die Künstlerische Renaissance

Wie viele traditionelle europäische Industrien erlebt die Glashütte von Meisenthal im Laufe des 20. Jahrhunderts einen schrittweisen Niedergang. Die Fabrik schließt 1969 endgültig ihre Türen. In diesem Niedergangskontext entsteht in den 1990er Jahren ein ehrgeiziges Wiederbelebungsprojekt: die ehemalige Industriebrache in ein Internationales Zentrum für Glaskunst (CIAV) zu verwandeln.

Das CIAV Heute - Tradition und Zeitgenössische Kreation

Das Internationale Zentrum für Glaskunst von Meisenthal vereint heute mehrere ergänzende Aufgaben. Es ist zunächst ein Produktionsort, wo Glasmeister die traditionellen Techniken des Mundblasens pflegen. Es ist auch ein Ort zeitgenössischer Kreation, wo Designer und Künstler aus aller Welt in Residenz kommen.

Das Können des Mundgeblasenen Glases - eine Anspruchsvolle Kunst

  • Das Schmelzen: das Glas wird in einem Ofen bei sehr hoher Temperatur (1.200 bis 1.400°C) geschmolzen
  • Das Sammeln: der Glasbläser entnimmt eine geschmolzene Glasmasse mit einer hohlen Pfeife
  • Das Blasen: der Glasbläser bläst in die Pfeife um eine Luftblase zu erzeugen
  • Das Formen: mit traditionellen Werkzeugen formt der Glasbläser das Stück
  • Das Kühlen: das fertige Objekt muss sehr schrittweise in einem speziellen Ofen abkühlen

Meisenthal Besuchen - Praktische Infos

Das Internationale Zentrum für Glaskunst von Meisenthal ist das ganze Jahr über zu besichtigen, mit Glasblasvorführungen. Etwa 45 Minuten von Straßburg entfernt, am Rande des Vogesenwaldes, lässt sich Meisenthal ideal mit einer umfassenderen Entdeckung des nördlichen Elsass kombinieren.

 

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