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Straßburg Weihnachtshauptstadt - Eine Geschichte seit 1570

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1570 - Die Geburt des Christkindelsmärik

Alles beginnt im Jahr 1570. In Straßburg, damals eine freie Stadt des Heiligen Römischen Reiches, entsteht vor dem Münster ein Wintermarkt. Man nennt ihn den Christkindelsmärik - den Markt des Christkinds. Er ist einer der ersten dokumentierten Weihnachtsmärkte Europas und wohl der älteste, der noch in Betrieb ist. Ursprünglich bietet er vor allem Holzspielzeug, Trockenfrüchte, Gewürze und Baumschmuck an - eine Neuheit, die sich von Elsass aus im übrigen Europa verbreitet.

Der Weihnachtsbaum - eine elsässische Erfindung

Das Elsass beansprucht stolz die Urheberschaft des Weihnachtsbaums. Die erste dokumentierte Erwähnung eines geschmückten Weihnachtsbaums im Innenraum stammt aus dem Jahr 1605 in Straßburg. Ein Chronist notiert, dass Bewohner Tannenbäume in ihre Häuser stellen und sie mit bunten Papierrosen, Äpfeln, Süssigkeiten und Goldpapier schmücken. Diese im protestantischen Elsass entstandene Tradition verbreitet sich im Laufe der Jahrhunderte in ganz Europa, getragen von preußischen Soldaten und deutschen Königshöfen.

Vier Jahrhunderte Widerstand und Weitergabe

Die Geschichte des Straßburger Weihnachtsmarkts verlief nicht immer ruhig. Dreißigjähriger Krieg, Französische Revolution, deutsch-französische Kriege, zwei Weltkriege - jedes Mal drohte die Tradition zu erlöschen, und jedes Mal kehrte sie stärker zurück. Während der Revolution wurde der Markt kurzzeitig als religiöse Veranstaltung verboten. Unter der Besatzung wurde er drastisch eingeschränkt. Aber nie vollständig abgeschafft. Diese Widerstandsfähigkeit spricht für die tiefe Verbundenheit der Straßburger - und der Elsässer im Allgemeinen - mit ihren Weihnachtstraditionen.

Der Kléberplatz und die Grosse Tanne

Das sichtbarste Symbol von Weihnachten in Straßburg ist heute ohne Zweifel die Grosse Tanne auf dem Kléberplatz. Jedes Jahr wird eine aussergewöhnliche Tanne - oft mehrere Jahrzehnte alt und rund zwanzig Meter hoch - im Zentrum des Platzes aufgestellt und bei einer offiziellen Zeremonie zum Auftakt der Festlichkeiten beleuchtet. Tausende Straßburger und Touristen versammeln sich zu dieser Beleuchtung, die zu einem der Höhepunkte des elsässischen Advents geworden ist. Der Schmuck wechselt jedes Jahr nach einem anderen Thema und macht die Grosse Tanne zu einem vergänglichen und ersehnten Kunstwerk.

Die Weihnachtsviertel - eine verwandelte Stadt

Den ganzen Dezember über verwandelt sich Straßburg in eine Weihnachtsstadt. Elf Märkte erstrecken sich über verschiedene Stadtteile, jeder mit seiner eigenen Atmosphäre und Thematik:

  • Place Broglie - der historische Markt, Herzstück des Christkindelsmärik seit seinen Anfängen
  • Place de la Cathédrale - Kunsthandwerk und Krippen im Schatten des Münsters
  • Place du Château - Kinder- und Familienmarkt
  • Place Kléber - die Grosse Tanne und Festtagsstimmung par excellence
  • Place Saint-Thomas - Markt der elsässischen Spezialitäten und Aromen
  • Petite France - romantisches Flair in mittelalterlichen Gassen

Jeden Abend verwandelt die gleichzeitige Beleuchtung all dieser Viertel die Stadt in ein märchenhaftes Schauspiel, das jedes Jahr mehr als 2 Millionen Besucher anzieht.

Das Münster - spirituelles Herz von Weihnachten

Über Weihnachten in Straßburg zu sprechen, ohne das Münster Notre-Dame zu erwähnen, wäre undenkbar. Dieses Meisterwerk der rheinischen Gotik, dessen Turm die Stadt seit dem Mittelalter überragt, ist das spirituelle und visuelle Herz der Festzeit. Während des Advents zieht die astronomische Uhr - eine der komplexesten der Welt - Scharen von Besuchern an. Das Kirchenschiff empfängt Konzerte mit geistlicher Musik. Und jeden Abend erstrahlt die Fassade in Lichtinszenierungen, die ihre gemeisselten Details mit besonderer Intensität enthüllen. Münster und Weihnachtsmarkt bilden in der Straßburger Vorstellungswelt ein untrennbares Paar.

Straßburg Weihnachtshauptstadt - eine weltweite Marke

Seit 1991 hat Straßburg seine Berufung offizialisiert, indem es sich offiziell zur Weihnachtshauptstadt erklärt hat. Dieser Titel, in mehreren Sprachen auf allen Kommunikationsmitteln verbreitet, ist zu einer weltweiten Tourismusmarke geworden. Die Stadt empfängt Besucher aus ganz Europa und der ganzen Welt - von der europäischen Tradition faszinierte Japaner, auf Authentizität bedachte Amerikaner, seit Generationen treue französische und deutsche Familien. Die Lokalwirtschaft zieht einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen aus dem Monat Dezember, was Weihnachten zu einer echten Säule der Straßburger Identität und Prosperität macht.

Weihnachten in Straßburg jenseits der Märkte

Wenn die Weihnachtsmärkte das sichtbare Herzstück der Festlichkeiten sind, bietet Straßburg im Dezember noch viele weitere Erlebnisse. Museen zeigen Themenausstellungen. Restaurants servieren Saisonmenüs rund um Karpfen, gebratene Gans und Bredele. Die Weinstuben im Krutenau-Viertel öffnen ihre Türen für Elsässer Weinproben. Und die Fussgängerzonen der historischen Altstadt - UNESCO-Weltkulturerbe - schmücken sich mit Girlanden und dekorierten Schaufenstern, die jeden Spaziergang zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

 

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