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Im Elsass beginnt der Advent erst richtig mit dem ersten Blech Bredele. Diese kleinen Weihnachtsplätzchen - deren Name vom elsässischen Bredle stammt, einem Diminutiv von Brot - sind weit mehr als eine süsse Leckerei. Sie verkörpern Weitergabe, Geduld und den unverwechselbaren Duft des elsässischen Weihnachtsfestes. In jeder Familie wird das Rezept von Generation zu Generation weitergegeben, gehütet wie ein Schatz und stolz geteilt.
Die Tradition der elsässischen Bredele ist seit dem 17. Jahrhundert belegt, in den Städten und Dörfern am Oberrhein. Ursprünglich wohlhabenden Familien vorbehalten, die sich Butter, Eier und Gewürze leisten konnten, sind sie im Laufe der Jahrhunderte zu einem von allen geteilten kulinarischen Erbe geworden. Heute bleibt das Backen der Bredele ein wichtiger Moment im elsässischen Familienkalender, oft gemeinsam in den ersten Dezemberwochen organisiert.
Der Reichtum der Bredele liegt in ihrer unglaublichen Vielfalt. Jedes Dorf, jede Familie, jede Generation hat ihre Lieblinge. Zu den bekanntesten gehören:
Diese Vielfalt spiegelt auch die germanischen und rheinischen Einflüsse wider, die die elsässische Küche im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben.
Von Bredele zu sprechen, ohne die Förmchen und Ausstecher zu erwähnen, die ihnen ihre charakteristischen Formen verleihen, wäre undenkbar. Tannen, Sterne, Herzen, Monde, Glocken - jede Form erzählt von Weihnachten. Traditionelle Weissblech-Förmchen stehen heute neben Silikonformen und antihaftbeschichteten Metallplatten, aber die Magie bleibt dieselbe: den Teig ausrollen, ausstechen, backen und mit geschlossenen Augen warten, bis die Düfte die Küche erfüllen.
Mini Stollen mit Mirabellen
Das Gelingen der Bredele beruht auf einigen einfachen, aber unverzichtbaren Grundsätzen. Der Teig muss unbedingt vor der Verarbeitung kalt ruhen - am besten eine ganze Nacht. Die Butter muss von guter Qualität sein, vorzugsweise ungesalzen. Die Gewürze - Zimt, Anis, Vanille, Kardamom - müssen frisch sein, um ihr volles Aroma zu entfalten. Und vor allem muss das Backen sorgfältig überwacht werden: Bredele müssen hell bleiben, niemals goldbraun, um ihre charakteristische Weichheit zu bewahren.
Auch Mehl, Puderzucker und Eier spielen eine Schlüsselrolle für die endgültige Textur. Ein gut gelungenes Bredele erkennt man an seiner Leichtigkeit, seinem Schmelzen im Mund und seinem Duft, der noch lange nach dem Genuss anhält.
Altmodischer Lebkuchen mit Honig und Perlzucker
Lebkuchen mit Äpfeln und Zimt
Bredele werden nicht aufbewahrt - oder vielmehr bleiben sie nie lange in den Blechdosen, die sie schützen. Denn die Tradition will, dass man genauso viele verschenkt wie man isst. Nachbarn, Freunde, Kollegen, Lehrer - alle bekommen vor Weihnachten ihre kleine Dose selbstgemachter Bredele. Das ist vielleicht der schönste Ausdruck der elsässischen Grosszügigkeit: Stunden in der Küche verbringen für die Freude derer, die man liebt.
Um Ihre Bredele sorgfältig zu präsentieren und zu verschenken, macht eine schöne Dose den ganzen Unterschied. Sie verlängert die Frische der Plätzchen und verwandelt das Geschenk in eine Erinnerung.
Wenn Sie das Elsass im Dezember besuchen, werden Sie Bredele überall finden. Sie stehen auf allen Weihnachtsmärkten der Region an prominenter Stelle - von Strassburg bis Colmar, von Ribeauvillé bis Obernai. Manche Bäcker und Konditoren bieten Sortimente von Dutzenden von Sorten an, in hübsch illustrierten Dosen, die sich als Mitbringsel bestens eignen. Aber die besten Bredele bleiben immer die selbstgemachten, mit den Kindern, in der Wärme einer elsässischen Küche an einem Dezembersonntag.
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