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Beerawecka, das Elsässische Früchtebrot zu Weihnachten

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In elsässischen Haushalten besteht die Vorweihnachtszeit nicht nur aus Bredele. Es gibt einen weiteren Schatz der Adventszeit, noch rustikaler und älter: den Beerawecka, ein dichtes, duftendes Brot, das fast vollständig aus Trockenfrüchten, Nüssen und Gewürzen besteht, mit etwas Brotteig gebunden und mit einem Schuss Kirschwasser verfeinert.

Was ist Beerawecka?

Der Name stammt aus dem Dialekt: Beera bedeutet Birnen und Wecka ein kleines Brot. Der Beerawecka ist also wörtlich ein Birnenbrot. Je nach Dorf schreibt man ihn auch Bierewecke oder Birewecka. Getrocknete Birnen sind die historische Hauptzutat: Früher wurde das Obst aus dem Garten im Herbst getrocknet, um es den ganzen Winter über aufzubewahren, und dieses Brot rückte es zu den Festtagen in den Mittelpunkt.

Verwandte Gebäcke gibt es auf der anderen Rheinseite und im Alpenraum, etwa das schwäbische Hutzelbrot oder den Tiroler Zelten, doch der Beerawecka bleibt ein Markenzeichen der elsässischen Weihnachtstafel.

Eine Adventstradition

Der Beerawecka wird schon zu Beginn der Adventszeit gebacken, hält sich mehrere Wochen und gewinnt mit der Zeit an Geschmack. Einem alten Brauch zufolge schenkte das junge Mädchen ihrem Verlobten das Endstück des Brotes, den Scherz, als Zeichen ihrer Zuneigung. Heute wird er während der Feiertage im Familienkreis in dünnen Scheiben geteilt, oft zu einem Glas Wein.

Das Rezept für Beerawecka

Zutaten für 2 Brote

Für die Früchte:

  • 250 g getrocknete Birnen
  • 200 g entsteinte Backpflaumen
  • 150 g getrocknete Feigen
  • 150 g Rosinen
  • 100 g Walnusskerne
  • 100 g Mandeln oder Haselnüsse
  • 50 g kandierte Orangenschale
  • 50 g kandierte Zitronenschale
  • 100 g Zucker
  • 10 cl Kirschwasser
  • 1 Teelöffel Zimt, 1/2 Teelöffel gemahlener Anis, 1 Prise gemahlene Nelken

Für den Teig:

  • 250 g Mehl
  • 10 g frische Hefe
  • 15 cl lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Salz
  • Einige ganze Mandeln zur Dekoration

Zubereitung

  1. Am Vortag die getrockneten Birnen 20 Minuten in leicht köchelndem Wasser weich kochen. Abtropfen lassen und das Kochwasser aufbewahren.
  2. Birnen, Backpflaumen, Feigen und kandierte Schalen in kleine Würfel schneiden. Walnüsse und Mandeln grob hacken.
  3. Früchte, Rosinen, Nüsse, Zucker und Gewürze in einer Schüssel vermengen. Mit Kirschwasser übergießen, umrühren, abdecken und über Nacht ziehen lassen.
  4. Am nächsten Tag die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen, Mehl und Salz hinzufügen und 5 Minuten zu einem geschmeidigen Teig kneten. 1 Stunde gehen lassen.
  5. Den Teig mit den Händen unter die eingelegten Früchte arbeiten. Die Masse soll sehr fruchtreich sein: Der Teig dient nur als Bindemittel.
  6. Mit feuchten Händen zwei längliche Brote formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit ganzen Mandeln verzieren und 30 Minuten ruhen lassen.
  7. Bei 180 °C 50 Minuten bis 1 Stunde backen. Nach dem Backen mit dem eingekochten Birnensud bestreichen, damit die Brote glänzen.

Aufbewahrung

Nach dem Abkühlen jedes Brot in ein Geschirrtuch oder Backpapier wickeln und kühl und trocken lagern. Der Beerawecka hält sich zwei bis drei Wochen und wird nach einigen Tagen Ruhezeit saftiger und aromatischer. Deshalb wird er traditionell schon an den ersten Adventssonntagen gebacken.

Wie genießt man Beerawecka?

Mit einem scharfen Messer in dünne Scheiben schneiden. Er schmeckt pur oder leicht mit Butter bestrichen, zum Frühstück, zum Kaffee oder zum Abschluss einer Mahlzeit mit Bredele. Als Weinbegleitung passt ein Gewurztraminer Vendanges Tardives perfekt zu seinen Noten von kandierten Früchten und Gewürzen, während ein Pinot Gris eine dezentere Fülle mitbringt. Als Digestif verlängert ein Lebkuchenlikör die Weihnachtsstimmung.

Ein genussvolles Geschenk für die Feiertage

In ein hübsches Geschirrtuch gewickelt und mit einer Schleife gebunden, ist ein selbstgebackener Beerawecka ein stets willkommenes Geschenk. Für ein noch großzügigeres Präsent kombinieren Sie ihn mit anderen elsässischen Leckereien: Lebkuchen, Nonnettes oder einem nach Ihren Wünschen zusammengestellten Geschenkkorb.

 

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